D ie Domestikation des Alpaka erfolgte schon um 3000 v. Chr. Es ist noch immer nicht ganz geklärt, welches Tier der Vorfahr des Alpakas ist. Die lange Zeit gängige  Lehrmeinung sah das Guanako als gemeinsamen Vorfahren des Lamas und des Alpakas. Schon früh gab es aber Theorien, wonach das Alpaka vom Vikunja abstamme - eine Auffassung, die durch neue DNA-Untersuchungen teilweise bestätigt zu werden scheint. Das keine hundertprozentige Gewissheit erlangt wird, liegt vor allem daran, dass Vikunjas, Guanakos, Lamas und Alpakas uneingeschränkt untereinander fruchtbar sind, so dass sich die Linien immer wieder vermischt haben.
Während das Lama den südamerikanischen Zivilisationen vor allem als Lasttier diente, wurde das Alpaka wegen seiner Wolle  gezüchtet. Bei den Inka galt ein Alpaka-Mantel als Zeichen des Wohlstands; die Herrscher der Inka hielten sich große Alpaka-Herden, um ihre Macht zu demonstrieren. Dies änderte sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier. Die Eroberer brachten Schafe mit und zeigten kein Interesse daran, die einheimischen Nutztiere zu erforschen; so wurde das Alpaka zu einem Tier der armen, indianischen Bevölkerung, das zwischenzeitlich fast ausgestorben wäre. Erst mit der Unabhängigkeit der Staaten Südamerikas erkannte man wieder den Wert des Alpakas. Es wurde wieder gezüchtet, und seine Wolle in alle Welt exportiert.
Heute gibt es wieder 3 Millionen Alpakas. Auch in Deutschland nimmt die Bedeutung der Alpakas immer mehr zu, ob als reines Hobbytier oder als Zuchttier. Zuchttiere werden meistens importiert, da die Alpakas in Deutschland noch nicht die notwendige Qualität der Faser aufweisen. In Deutschland gibt es derzeit etwa 2000 Alpakas. Und ab Oktober noch ein paar mehr.
 

Das Alpaka

Wissenschaftlicher Name: Lama pacos

Vor 3 Millionen Jahren wanderten das Bactrian-Kamel und das Dromedary-Kamel von Nordamerika nach Asien und von dort in den mittleren Osten und Afrika ab. Dies war zu der Zeit noch möglich, da die Kontinente noch miteinander verbunden waren. 1 Millionen Jahre später wanderten die Nachkommen dieser Kamele nach Südamerika. Sie entwickelten sich zu der Unterart des wilden Llama (lama guanicoe) und des Wilden Vicunjas (vicugna vicugna). Vom Guanaco entwickelte sich das domestizierte Lama wie wir es heute kennen. Einige Wissenschaftler glauben, dass sich das Alpaka aus dem Vicunja, dem Lama oder dem Guanaco entwickelte. Das ähnliche Skelett, die Form der Ohren und Zähne würden diese Theorie stützen.

D ie Spanier nannten das Tier mit dem langen Halsansatz "pacos", abgeleitet von "El paca". Daraus entwickelte sich das Wort Alpaka.

Überordnung:  Laurasiatheria

Ordnung:

Paarhufer (Artiodactyla)

Unterordnung: Schwielensohler (Tylopoda)

Gattung:

Lama (Lama)

Familie:           Kamele (Camelidae)

Art:

Alpaka

A lpakas sind wie Lamas Paarhufer. Innerhalb dieser Ordnung zählen sie zu der Unterordnung der Schwielensohler. Die Sohlenflächen, wir vergleichen diese vom Anfassen her wie die Ballen eines Hundes, haben, von zwei Polstern ausgehend, je eine Zehe. Diese Zehen müssen in regelmäßigen Abständen wie bei anderen Paarhufern (Kühe, Schafe, Ziegen pp.) geschnitten und gepflegt werden.

Die unterschiedlichen Arten von Alpakas

Es gibt zwei Arten.

Das Suri Alpaka

 

Das Huacaya Alpaka

 

 

 

 

     

 

 hat lange in Locken oder Strähnen am Körper herbfallende Fasern. Das Vlies hat einen stärkeren Glanz als das Huacayavlies.

 

   hat eine feine, flaumige weiche Faser. Sie ist fein gekräuselt und wächst lotrecht zur Haut.

 

Die  häufigsten Farben

 

Bay Black Beige Dark Brown Dark Fawn Dark Rose Grey
         
Dark Silver Grey Light Brown Light Fawn Light Rose Grey Light Silver Grey
         
Medium Brown Medium Fawn Medium Rose Grey Medium Silver Grey True Black

 

Diese Bilder zeigen die Wolle direkt am Tier.

Im Bild rechts ist der Crimp - die feine Krümmung/Curvature - sehr gut zu erkennen. Das einzelne "Haar" wird in Micron (Tausendstel Millimeter) gemessen. Angestrebt wird ein guter Crimp mit geringen Micronwerten.

Je mehr Crimp desto wertvoller die Wolle.

 

Woher stammen unsere Alpakas?

Usere ersterworbenen sechs Stammstuten wurden alle bis auf Noel in in der Region Santa Ana de Chena geboren. Santa Ana de Chena liegt südwestlich von  Santiago de Chile, der Hauptstadt Chiles.

Chile ; amtlich República de Chile,  ist ein Staat im Südwesten Südamerikas, der sich annähernd in Nord-Süd-Richtung zwischen den Breitengraden 17° 3' S und 56° 30' S erstreckt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Daneben zählen zum Staatsgebiet die im Pazifik gelegene Osterinsel (Rapa Nui), die Insel Salas y Gómez, die Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die Desventuradas-Inseln sowie im Süden die Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis.

Wie groß werden Alpakas

Baby-Alpakas, auch Crias (das säugende Tier) genannt, wiegen bei der Geburt ca. 5-9 kg. Erwachsen wiegen sie zwischen 45 und 70 kg und erreichen eine Schulterhöhe von ca.80 - 90 cm.

Temperament

A llgemein sind Alpakas sehr friedvolle und soziale Tiere. Gelegentlich spucken Alpakas. Sie verdauen ihre Nahrung in einem dreigeteilten Magen wieder.  kommt als Signal der Trächtigkeit vor, aber auch wenn ihr Nachwuchs oder sie sich bedroht fühlen.

Die Lebensdauer

A lpakas können bis zu 25 Jahre alt werden. In dieser Zeit kann ein weibliches Tier bis zu 15 Nachkommen und mehr gebären.

Fortpflanzung und Tragezeit

M it 15 - 18 Monten sind die Stuten zuchtfähig. Hengste dagegen erst mit 20 - 24 Monaten. Da der Eisprung durch den Deckakt des Hengstes ausgelöst wird, sind Alpakas das ganze Jahr über zu einer Befruchtung bereit. Schon 14 Tage nach der Geburt kann eine Stute erneut von einem Hengst gedeckt werden.

D ie Tragezeit beträgt 11 - 11,5 Monate, wobei Zwillingsgeburten nur in ganz wenigen Fällen bekannt sind. Die Crias (Fohlen) fangen sofort nach der Geburt an zu laufen und trinken erst nach  ca. 2 Stunden. Von der Stute sollte ein Cria frühestens nach 6 Monaten abgesetzt werden.

Und was macht man mit Alpakas?

Grundsätzlich sind Alpakas landwirtschaftliche Nutztiere. Als solche, aber auch als Hobbytiere werden Alpakas gehalten.

A ls landwirtschaftliche Nutztiere liefern sie eine hervorragende und wertvolle Wolle. Aufgrund ihrer Schwielensohlen und dem grasschonenden Fressverhalten sind Alpakas bodenschonende Landschaftspfleger. Sie werden eingesetzt in der Therapie von suchtkranken und behinderten Menschen. Ihr weiterer Einsatz findet als Packtiere mit leichtem Gewicht (Lamas können erheblich mehr tragen) bei Trekkingtouren statt. Ihre schnelle Lernfähig- und Aufmerksamkeit, ihr nettes und freundliches Wesen, ihre großen Augen, der freundliche Blick und ihre innere Ruhe  machen die Faszination im stressfreien Umgang mit den Tieren aus.

Spucken Alpakas?

Ja, Alpakas spucken. In erster Linie ist es eine Ausdrucksform der Rangordnung zwischen den Tieren in einer Herde. Aber auch im Falle einer Verteidigung gegen Angreifer spucken Alpakas. Dies kann unter Umständen für den außenstehenden Menschen sehr unangenehm sein. Da Alpakas Wiederkäuer sind (sie besitzen drei Mägen), spucken sie nicht nur Speichel wie wir ihn kennen, sonder auch den Mageninhalt. Also: Ärgern Sie unsere Alpakas nicht.

Die Sprache der Alpakas

A lpakas sind ruhige und leise Tiere.  Den meistverwendeten Laut würden wir in unserer Sprache als ein "Hmm" bezeichnen. Man kann dieses "Hmm" oft als zufriedenes summen hören. Es kann aber auch nervös oder energisch vorgebracht werden. Mit einem lauten hohen Wiehern oder Schreien reagieren Sie nur in Gefahrensituationen..

Die Haltung der Tiere

A lpakas sind robuste und besonders anpassungsfähige Tiere. Obwohl sie aus den Anden Südamerikas stammen, finden sie sich auch in unseren  Breitengraden sehr gut zurecht. Sie sind Herdentiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten und dürfen deshalb nie alleine gehalten werden. Eine Gruppengemeinschaft von mindestens zwei, eher mehr Tiere ist anzustreben. Eine gemeinsame Haltung mit anderen Tieren wie Pferde, Schafe oder Ziegen ist möglich. Jedoch sollten hier besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Man bedenke die unterschiedliche Futteraufnahme und den möglichen Parasitenbefall. Artfremde Tiere ersetzen jedoch nicht den Sozialkontakt.

Da Alpakas Weidetiere sind, benötigen sie genügend Weide- und Auslauffläche. Sie können hier ganzjährig gehalten werden wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt werden. Obwohl Alpakas extreme Sonneneinstrahlung, Kälte, Wind, Regen und Schnee gewöhnt sind, sollten Schutzvorrichtungen vorhanden sein. Optimal ist ein Offenstall oder mindestens ein der Herde angepasster Unterstand.       

Unsere Tiere halten wir auf verschieden Plätzen. Die große Weide hat natürliche Schattenplätze durch Bäume und Sträucher, sowie zwei angrenzende Offenställe, welche jederzeit aufgesucht und auch gut angenommen werden. An zwei verschiedenen Stellen steht immer Frischwasser in Selbsttränken, Raufutterraufen und Salzlecksteine zur Verfügung.

Weiterhin existiert noch ein großer Offenstall mit teilweise überdachtem Auslauf.

     

Auf einer Hektar Weide können 10-15 Alpakas gehalten werden. Die Mindestweidegröße beträgt für 2 Tiere 1000m2, für jedes weitere Tier 100m2 zusätzlich.

Da Alpakas eigentlich nicht zum Ausbrechen neigen, sollte jedoch ein stabiler Zaun vorhanden sein. Bewährt haben sich bei uns unsere Koppelzäune mit stromführenden Drähten, hinter denen wir auch unsere Pferde und Galloways halten. In der Praxis hat sich gezeigt, die Weiden durch Zwischenzäune mit Toren zu unterteilen. Dies bringt Komfort und Flexibilität (zum Beispiel beim Absetzten junger Tiere, Zusammenstellung neuer Herden, Geburt, Rangstreitigkeiten etc.).

 

 

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